Frau Holles Vertreter nehmen Arbeit auf
Jöhstädter Skilift soll Ende der Woche in Betrieb gehen
Jöhstadt. Der diesjährige Winter hat in der Region seinem Namen bislang keine Ehre gemacht. Insbesondere die Liftbetreiber außerhalb von Oberwiesenthal hatten schlechte Karten. Mit den seit dem Wochenende vorherrschenden Minus-Temperaturen soll sich das jetzt ändern. In Jöhstadt etwa haben am Wochenende Frau Holles "irdische Vertreter" damit begonnen, die vorhandene 20 Zentimeter mächtige Naturschneeauflage aufzustocken.
Dazu wurde erstmals seit der Fertigstellung im Oktober vergangenen Jahres die neue Beschneiungsanlage in ihrer Gesamtheit in Betrieb genommen. "Unser Ziel ist es, gegen Ende der Woche mit dem Skibetrieb zu beginnen", sagt Knuth Schmiedel, Vorsitzender des örtlichen Skiclubs "Edelweiß".
Bis dahin müssen etwa 2,4 Hektar Fläche im Gründelwald beschneit werden. Um dabei eine Kunstschneeauflage von etwa 30 Zentimetern zu bekommen, würden zwischen 8000 und 9000 Kubikmeter Wasser benötigt, sagt Schmiedel. Das wird dem Schwarzwasser im Tal entnommen und überwindet bis hoch zu den zwei Schneekanonen sowie zwei Lanzen mittels Pumpen einen Höhenunterschied von zirka 170 Metern.
"Wir konnten nicht früher beschneien, weil die Temperaturen zu hoch waren", so der Skiclub-Chef. Um Kunstschnee zu produzieren, müssten Luft- und Wassertemperatur sowie die Luftfeuchte bestimmte Werte aufweisen. Stimmten diese nicht, könne es passieren, dass die Kanonen statt weißer Pracht nur kaltes Wasser ausspucken.
Die Kosten für die Anlage belaufen sich insgesamt auf 311.600 Euro, so Jöhstadts Hauptamtsleiter Jan Schreiter. Davon wurden der Kommune 227.700 Euro gefördert. Die Differenz musste die Stadt in Form von Eigenmitteln beisteuern. Aber auch Eigenleistung wurde erbracht - von den Mitgliedern des Skiclubs. Sie verlegten unter anderem die Rohrleitung, über die das Wasser vom Tal hinauf zu den Schneekanonen und Lanzen gepumpt wird. Mit dem Bau der Beschneiungsanlage wurde bereits 2009 begonnen.




