Skiclub freut sich schon auf nächsten Winter
Jöhstädter Verein hat in Südtirol Pistenraupe gekauft - Per Tieflader ist das acht Meter lange Koloss am Wochenende im Erzgebirge angekommen
Jöhstadt. Am Montag ist kalendarischer Sommeranfang. Das muss einmal deutlich herausgestrichen werden angesichts einer Witterung, die eher an Herbst erinnert. Knuth Schmiedel ist das alles ziemlich egal. Er freut sich heimlich schon jetzt auf eine ganz andere Jahreszeit - den nächsten Winter. Und das hat seinen Grund.
Seit Samstag ist der Jöhstädter Skiclub "Edelweiß", dessen Vorsitz Knuth Schmiedel inne hat, stolzer Besitzer einer eigenen Pistenraupe.
"Sie weist fast die doppelten Ausmaße im Vergleich zu unserem bisherigen Gerät aus", erzählt der Vereinschef stolz. Das gehörte zudem der Kommune und war eigentlich nur ein Loipenspurgerät. Mit seinen lediglich 160 PS Leistung sowie den im Vergleich zur Neuanschaffung wesentlich schmaleren Ketten sei man in der zurückliegenden Saison gleich zu Beginn an die Grenzen gestoßen. "Wir hatten mit unserer neuen Beschneiungsanlage den produzierten Kunstschnee zu einem kegelförmigen Gebilde aufgetürmt. Als er dann breitgeschoben werden sollte, funktionierte das mit dem bisherigen Pistengerät nicht. Ihm fehlte schlichtweg die Power dafür", erzählt Schmiedel. Um den Kunstschnee breit zu bekommen und damit die Piste zu präparieren, habe man damals die Leistung einer anderen Firma einkaufen müssen, was nicht gerade billig gewesen sei.
Das alles ist nun Geschichte. Mit der Neuanschaffung, die natürlich eine gebrauchte Pistenraupe ist, sei man in solchen Dingen nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen. Alles anderes wäre laut Vereinschef nicht finanzierbar gewesen. Das Gerät der Marke Bombardier mit zirka 7000 Betriebsstunden auf dem Buckel, bringt 270 PS auf den Hang. Es ist acht Meter lang und 5,40 Meter breit, was auch für die Schiebeschilder gelte. "Ich denke, damit sind unsere Lifthänge täglich in etwa einer anderthalben Stunde hergerichtet. Bis jetzt war dafür in der Regel eine Stunde mehr an Zeit aufzuwenden, weil das Schild des alten Gerätes nur eine Breite von drei Metern aufwies", so Knuth Schmiedel.
Auf die Pistenraupe, die aus dem Skigebiet Gitschberg in Südtirol kommt, sei ein Mitglied des Jöhstädter Vereins im Februar während seines Skiurlaubes aufmerksam geworden. "Er ist dort mit den Betreibern ins Gespräch gekommen und hat erfahren, dass sie die Pistenraupe verkaufen", erzählt der Vereinschef. Bei einem im März stattgefundenen Skiausflug mehrerer "Edel- weiß"-Mitglieder nach Südtirol sei das "Objekt der Begierde" dann näher unter die Lupe genommen und für kaufwürdig befunden worden.
Beim Preis habe man sich auf 15.000 Euro einigen können. Das sei für das sehr gut erhaltene Gerät Baujahr 1996 ein absolut faires Angebot gewesen. Für gleichwertige Pistenraupen müsse man mindestens 10.000 Euro mehr hinlegen, habe der Verein im Internet recherchiert. Per Tieflader und demontiert in die Baugruppen Führerhaus, Ketten sowie vorderes und hinteres Schild ist die Pistenraupe nun am vergangenen Freitag von Südtirol nach Jöhstadt geholt worden, wo sie am Samstag entladen wurde. Das bisher im Einsatz befindliche Gerät geht wieder zurück an die Stadt. Dort wird es für das Spuren der Loipen im Jöhstädter Skigebiet eingesetzt, sagt Knuth Schmiedel.
Von Thomas Wittig, Erschienen am 20.06.2010 in der Freien Presse
Quelle: http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/ERZGEBIRGE/ANNABERG/7399246.php
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